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Personalsuche – 12 Tipps für mehr Bewerbungen

Die Personalsuche ist für Unternehmen heute eine der wichtigsten Herausforderungen. Diese 12 Tipps helfen, dass keine Stelle unbesetzt bleibt.

Geschäftsführer
Veröffentlicht Aktualisiert 10 Min. Lesezeit
Grafik „Personalsuche – 12 Tipps für mehr Bewerbungen“ mit Illustration einer Frau vor Bewerberprofilen

Die richtigen Mitarbeitenden zu finden, ist für viele Unternehmen eine der größten Herausforderungen. Fachkräftemangel, demografischer Wandel und veränderte Ansprüche der Arbeitnehmer stellen Personalabteilungen vor komplexe Aufgaben – besonders kleine und mittelständische Unternehmen.

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einer strategischen Herangehensweise und den richtigen Tools passende Talente gewinnen: welche Methoden und Recruiting-Kanäle sich bewährt haben, wie Sie moderne Recruiting-Techniken einsetzen, wie Sie ein Budget festlegen und den Erfolg messen.

Auf einen Blick
  1. 01Active Sourcing und Social Recruiting sprechen potenzielle Kandidaten gezielt und direkt an – das erhöht Passgenauigkeit und Geschwindigkeit.
  2. 02Neben Karriereseite und Online-Jobbörsen sorgen Mitarbeiterempfehlungen, Mobile Recruiting und Social Media für breite, effektive Reichweite.
  3. 03Ein starkes Employer Branding, eine positive Candidate Experience und kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung gewinnen und halten qualifizierte Mitarbeitende.
  4. 04Ein realistisches Recruiting-Budget und Kennzahlen wie Cost-per-Hire, Time-to-Hire und Source of Hire zeigen, welche Kanäle wirklich zu Einstellungen führen.

Warum finden Unternehmen keine Mitarbeiter mehr?

Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt. Der Fachkräftemangel hängt stark mit dem demografischen Wandel zusammen: Es erreichen mehr Arbeitnehmer das Rentenalter, als Berufseinsteiger nachkommen. Auch die Ansprüche an Arbeitgeber haben sich verändert – Flexibilität, Work-Life-Balance und sinnstiftende Tätigkeiten stehen heute oft höher im Kurs als ein hohes Gehalt. Unternehmen müssen daher alternative Strategien anwenden, um Mitarbeitende zu finden.

Kreisdiagramm: 91 % aller Unternehmen sehen fehlende Mitarbeiter derzeit als die größte Herausforderung

Schaffen Sie eine Basis für die Personalsuche

Die Suche nach passenden Mitarbeitenden beginnt lange bevor die Stellenanzeige veröffentlicht wird. Eine gründliche Vorbereitung ist das Fundament jeder erfolgreichen Personalsuche: klare Anforderungen sowie die richtigen Kanäle und Methoden. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften im IT-Bereich ist dabei eine besondere Herausforderung, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen.

Anforderungsprofil erstellen

Ein detailliertes Anforderungsprofil und eine präzise Stellenbeschreibung sind das A und O einer effektiven Mitarbeitersuche. Nur wer genau weiß, welche Qualifikationen und Eigenschaften ein Kandidat mitbringen soll, kann gezielt suchen und passende Bewerbende ansprechen.

Anforderungsprofil mit methodischer, fachlicher, persönlicher und sozialer Kompetenz und je drei Beispielen

Studie zur Personalsuche

Eine Studie zur Personalsuche von LinkedIn Talent Solutions zeigt, dass immer mehr Unternehmen auf kompetenzbasierte Einstellungen setzen und zunehmend auf formale Bildungsabschlüsse verzichten. Die Anzahl der auf LinkedIn ausgeschriebenen Stellen ohne Abschlusserfordernis stieg zwischen 2019 und 2022 um 36 %. Das verdeutlicht einen deutlichen Wandel hin zu einer Bewertung nach Fähigkeiten und Potenzial statt nach formalen Qualifikationen.

12 Strategien für die erfolgreiche Personalsuche

Eine erfolgreiche Personalsuche kombiniert verschiedene Recruiting-Methoden und Kanäle, intern wie extern. Diese zwölf Strategien helfen Ihnen, schnell und unkompliziert passende Mitarbeitende zu finden.

1. Attraktive Karriereseite

Eine gut gestaltete Karriereseite ist ein absolutes Muss. Sie ist oft der erste Anlaufpunkt für Interessierte und sollte alle wichtigen Informationen über das Unternehmen, offene Stellen und die Unternehmenskultur bieten. Eine klare Struktur, authentische Bilder und Videos sowie Erfolgsgeschichten von Mitarbeitenden überzeugen potenzielle Bewerbende.

2. Online-Jobbörsen

Online-Jobbörsen sind ein Klassiker unter den Recruiting-Kanälen. Anzeigen auf großen Jobbörsen können allerdings leicht untergehen – ziehen Sie daher auch spezialisierte oder regionale Jobbörsen in Betracht. Plattformen wie LinkedIn, Indeed oder StepStone bieten vielfältige Möglichkeiten, gezielt nach passenden Kandidaten zu suchen.

Tabelle: Recruiting-Maßnahmen wie Social Recruiting, Active Sourcing, Jobbörsen und Suchmaschinen mit passenden Kanälen

3. Soziale Netzwerke und Active Sourcing

Soziale Netzwerke wie LinkedIn und XING bieten hervorragende Möglichkeiten für das Active Sourcing: Recruiter suchen gezielt nach passenden Kandidaten und sprechen sie direkt an. Das erfordert eine proaktive Herangehensweise – passende Profile identifizieren und individuelle, ansprechende Nachrichten verfassen, die das Interesse wecken.

Vorteile von Active Sourcing

  • Gezielte Ansprache: Die direkte Ansprache erreicht genau die Kandidaten, die auf die ausgeschriebene Stelle passen.
  • Kürzere Besetzungszeiten: Da Kandidaten aktiv angesprochen werden, lässt sich der Recruiting-Prozess beschleunigen.
  • Bessere Passung: Qualifikationen und kulturelle Passung lassen sich genauer prüfen.

Tipps für erfolgreiches Active Sourcing

Illustration: Active Sourcing mit gezielter Profilsuche im Vergleich zu passivem Recruiting mit eingehenden Bewerbungen
Checkliste Active Sourcing
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4. Mitarbeiterempfehlungen

Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind eine kosteneffektive Methode, um neue Talente zu gewinnen. Mitarbeitende, die erfolgreich neue Kolleginnen und Kollegen werben, sollten mit einer Prämie belohnt werden. Empfehlungen passen oft sehr gut zur Unternehmenskultur, da die Mitarbeitenden ihre Kollegen und die Anforderungen des Unternehmens gut kennen.

Balkendiagramm Time to Hire in Tagen: Mitarbeiterempfehlung am schnellsten, dann Jobbörse und Karriereseite

Vorteile eines Employee Referral Programs

  • Kosteneffizient: Mitarbeiterempfehlungen sind oft günstiger als externe Rekrutierungsmaßnahmen.
  • Hohe Passgenauigkeit: Empfehlungen passen häufig gut zur Unternehmenskultur und den Anforderungen.
  • Schnellere Einstellungsprozesse: Die Bewerbenden haben durch die Empfehlung bereits einen positiven Eindruck, der Prozess kann schneller ablaufen.

5. Unterstützung durch die Agentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Arbeitgeber über ihren Arbeitgeber-Service bei der Personalsuche, zum Beispiel mit der Veröffentlichung von Stellen in der Jobbörse der Bundesagentur.

6. Anzeigen in Printmedien

Auch wenn die meisten Menschen heute online nach Jobs suchen, können Printmedien in bestimmten Branchen nach wie vor effektiv sein. Regionale Zeitungen oder Fachzeitschriften erreichen oft eine spezifische Zielgruppe – besonders in ländlichen Regionen oder spezialisierten Branchen.

7. Remote Jobs anbieten

Die Möglichkeit, remote zu arbeiten, ist für viele Arbeitnehmer attraktiv. Unternehmen mit flexiblen Arbeitsmodellen sprechen einen größeren Pool potenzieller Kandidaten an – in Branchen mit Fachkräftemangel ein entscheidender Vorteil.

8. Karrieremessen

Karrieremessen bieten die Gelegenheit, direkt mit potenziellen Kandidaten in Kontakt zu treten, Kultur und offene Stellen zu präsentieren und sofort Rückmeldungen zu erhalten. Wichtig sind ein ansprechender Stand und gut vorbereitete Mitarbeitende, um einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen.

9. Personalvermittlung und Headhunter

Wenn schnelle Lösungen benötigt werden oder spezielle Fachkräfte gefragt sind, können Personalvermittlungen und Headhunter eine gute Option sein. Sie haben oft Zugang zu einem großen Netzwerk und können gezielt passende Kandidaten vorschlagen – besonders in hochspezialisierten Branchen oder bei Führungspositionen.

10. Employer Branding

Ein starkes Employer Branding positioniert das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber. Dazu gehören eine ansprechende Karriereseite, aber auch die Präsenz in sozialen Medien, in Fachzeitschriften und auf Messen. Authentische Einblicke in Arbeitsalltag und Unternehmenskultur überzeugen potenzielle Bewerbende.

Vergleich Employer Branding (strategisch, langfristig) und Personalmarketing (operativ, kurzfristig)

11. Praktika und Traineeprogramme

Mit Praktika und Traineeprogrammen bauen Unternehmen frühzeitig Kontakt zu Nachwuchskräften auf, erkennen Talente und binden sie langfristig. Gleichzeitig lernen Praktikanten und Trainees das Unternehmen und seine Kultur kennen und können eine fundierte Entscheidung für eine mögliche Festanstellung treffen.

12. Mobile Recruiting

Viele potenzielle Kandidaten suchen und bewerben sich über mobile Geräte. Deshalb müssen Karriereseite und Bewerbungsprozesse mobilfreundlich sein.

Vorteile von Mobile Recruiting

  • Erhöhte Reichweite: Erreichen Sie eine größere Zielgruppe, da viele Menschen mobile Geräte nutzen.
  • Bessere Nutzererfahrung: Ein einfacher, mobiler Bewerbungsprozess kann die Anzahl der eingehenden Bewerbungen erhöhen.
  • Schnellere Kommunikation: Mobile Anwendungen ermöglichen eine schnellere und einfachere Kommunikation mit Bewerbenden.

Tipps für erfolgreiches Mobile Recruiting

Checkliste Mobile Recruiting
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Mitarbeiter binden und weiterentwickeln

Langfristiger Erfolg im Recruiting endet nicht mit der Einstellung – er beginnt dort erst. Um qualifizierte Talente zu halten, braucht es ein Arbeitsumfeld, in dem sich Mitarbeitende wohlfühlen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können. Ein angenehmes Arbeitsklima, transparente Kommunikation und Entwicklungsmöglichkeiten spielen dabei eine zentrale Rolle.

Investieren Sie in regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen, um das Potenzial Ihrer Mitarbeitenden voll auszuschöpfen. Ein klarer Karrierepfad und spannende Projekte fördern Motivation und Zufriedenheit.

Gehen Sie außerdem auf individuelle Bedürfnisse ein und bieten Sie flexible Arbeitsmodelle, die eine gesunde Work-Life-Balance ermöglichen. Wer sich wertgeschätzt und gefördert fühlt, bleibt – und sichert so den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens.

Was darf Personalsuche kosten: Wie lege ich ein Recruiting-Budget fest?

Ein effektives Recruiting-Budget hilft, die richtigen Mitarbeitenden zu finden, ohne die finanziellen Ressourcen Ihres Unternehmens zu strapazieren. Diese Schritte und Überlegungen helfen Ihnen, ein realistisches und wirkungsvolles Budget festzulegen.

Balkendiagramm zur Frage „Wie hoch ist Ihr Recruiting Budget?“: Mehrheit der Unternehmen unter 20.000 Euro

Analyse des aktuellen Bedarfs

Analysieren Sie zuerst gründlich den aktuellen Personalbedarf: Anzahl der zu besetzenden Stellen, Dringlichkeit der Besetzungen und die benötigten Anforderungen und Qualifikationen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die durchschnittliche Zeit, die benötigt wird, um eine Stelle zu besetzen (Time-to-Hire).

Historische Daten und Benchmarks

Nutzen Sie historische Daten, um bisherige Ausgaben und deren Effektivität zu verstehen: Wie viel wurde in der Vergangenheit für ähnliche Rekrutierungsmaßnahmen ausgegeben? Diese Daten zeigen Muster und Trends für die Budgetplanung. Analysieren Sie außerdem die durchschnittlichen Kosten pro Einstellung (Cost-per-Hire) und den Erfolg der einzelnen Kanäle. Branchen-Benchmarks zeigen, wie Ihre Ausgaben im Vergleich zu anderen Unternehmen Ihrer Branche stehen.

Auswahl der Kanäle für die Personalsuche

Die Wahl der richtigen Rekrutierungskanäle ist ein wesentlicher Bestandteil der Budgetplanung. Ihre Zielgruppe und Ihr Budget bestimmen, welche Kanäle am effektivsten sind:

KanalKostenseiteHinweis
Eigene KarriereseiteOft kostengünstigErfordert Investitionen in Suchmaschinenoptimierung (SEO) und ansprechendes Design
Online-JobbörsenKosten variierenReichweite und Effizienz prüfen
Social Media RecruitingKann kosteneffektiv seinBesonders mit gezielten Kampagnen
MitarbeiterempfehlungenOft günstiger als externe KanäleLiefern in der Regel gut passende Kandidaten
Headhunter und PersonalvermittlungenHöhere KostenGute Option für schnelle Lösungen oder spezialisierte Fachkräfte
KarrieremessenStandgebühren und ReisekostenDirekter Kontakt zu potenziellen Kandidaten

Berücksichtigung der internen Ressourcen

Auch interne Ressourcen gehören in die Budgetplanung: Löhne und Gehälter des Recruiting-Teams, Kosten für Bewerbermanagementsysteme (ATS), HR-Software und andere Tools sowie Schulungen und Weiterbildungen, die die Effizienz des Teams steigern.

Budgetallokation und Flexibilität

Verteilen Sie das Gesamtbudget anschließend auf Kanäle und Maßnahmen. Priorisieren Sie die Kanäle, die bisher die besten Ergebnisse geliefert haben, und planen Sie eine Reserve für unerwartete Kosten oder zusätzliche Kampagnen ein. Überwachen Sie das Budget kontinuierlich und passen Sie es bei Bedarf an.

Erfolgsmessung und Optimierung

Die Erfolgsmessung zeigt, wie effizient und effektiv Ihr Rekrutierungsprozess ist. Wer relevante Kennzahlen analysiert und überwacht, verbessert seine Strategien kontinuierlich und stellt sicher, dass die richtigen Talente gewonnen und langfristig gebunden werden. Diese Kennzahlen sind die wichtigsten:

Übersicht Recruiting KPIs, u. a. Time to Hire, Cost per Hire, Candidate Experience und Retention Rate
KennzahlWas sie misstWas sie Ihnen sagt
Cost-per-Hire (Kosten pro Einstellung)Durchschnittliche Kosten, um eine Position zu besetzen – Anzeigen, Personalvermittlungen, interne Ressourcen und sonstige RekrutierungskostenWie teuer eine Besetzung tatsächlich ist
Time-to-Hire (Zeit bis zur Einstellung)Durchschnittliche Zeit vom Beginn des Rekrutierungsprozesses bis zur Unterzeichnung des ArbeitsvertragsEine kurze Time-to-Hire kann auf einen effizienten Prozess hinweisen
Quality of Hire (Qualität der Neueinstellungen)Wie gut neue Mitarbeitende zur Position und zum Unternehmen passen – über Leistungsbewertungen, Bindung und Zufriedenheit der VorgesetztenOb Ihre Auswahl die richtigen Menschen findet
Candidate Experience (Bewerbererfahrung)Zufriedenheit der Bewerbenden mit dem RekrutierungsprozessEine positive Erfahrung stärkt die Arbeitgebermarke und erhöht die Chance, dass gute Kandidaten zusagen
Offer Acceptance Rate (Angebotsannahmequote)Anteil der Bewerbenden, die ein Jobangebot annehmenEine hohe Quote deutet auf attraktive Angebote und ein positives Arbeitgeberimage hin
Source of Hire (Herkunft der Einstellungen)Welche Kanäle die meisten erfolgreichen Neueinstellungen liefernWo Ihr Budget am meisten bewirkt

Werten Sie diese Kennzahlen regelmäßig aus – etwa quartalsweise – und verschieben Sie Budget und Zeit zu den Kanälen, die tatsächlich zu Einstellungen führen. Wie viele passende Talente es rund um Ihren Standort gibt, zeigt der kostenlose Talent Check.