
Ratgeber
Recruiting für Handwerksbetriebe: Ansprache statt Anzeige
Warum die Anzeige oft die Falschen erreicht
Eine Stellenanzeige für einen Anlagenmechaniker SHK erreicht vor allem die, die gerade aktiv suchen – und das sind im Handwerk wenige. Die meisten qualifizierten Gesellen sind angestellt, stehen um sieben auf der Baustelle und lesen abends keine Jobportale. Auf die Anzeige melden sich dann oft Menschen aus einem anderen Gewerk, ohne Führerschein oder mit einer Stunde Anfahrt. Für einen Betrieb ohne Personalabteilung heißt das: Der Meister telefoniert zwischen Angebot und Baustelle Bewerbungen ab, die nach der ersten Frage erledigt sind.
Die Talent Activation Plattform dreht das um: Wir identifizieren Gesellen, Monteure und Meister Ihres Gewerks rund um Ihren Betrieb, sprechen sie auf Ihre Stelle an und klären im Telefonat Gewerk, Anlagen, Führerschein und Fahrzeit. Sie erhalten Profile von Menschen, die Interesse an Ihrer Stelle bestätigt haben. Wie Sie Anzeige, Social Media und Empfehlungen im eigenen Betrieb aufstellen, beschreibt der Artikel Mitarbeiter finden im Handwerk.
Das Kriterium entscheidet, nicht die Berufsbezeichnung
Viele Suchen im Handwerk scheitern an einem unscharfen Kriterium. Zu eng: Wer auf einer exakten Berufsbezeichnung besteht, übersieht den Kältetechniker, der seit Jahren Wärmepumpen in Betrieb nimmt. Zu weit: Wer gar nichts festlegt, bekommt Profile aus Gewerken, die mit der Stelle wenig zu tun haben. Deshalb legen wir vor dem Start mit Ihnen fest, was K.-o.-Kriterium ist – etwa Gesellenbrief im Gewerk, Führerschein Klasse B oder Deutsch für den Kundenkontakt – und was sich im Betrieb lernen lässt, zum Beispiel ein bestimmtes Heizsystem oder die Baustellenkoordination.
Genauso wichtig ist die Ebene. Eine Meisterstelle, die einen neuen Bereich aufbauen soll, braucht jemanden, der Verantwortung will und trotzdem auf der Baustelle bleibt. Eine Gesellenstelle braucht jemanden, der sauber ausführt. Beides fragen wir im Telefonat ab, bevor ein Profil bei Ihnen ankommt.
Was Gesellen zum Wechsel bewegt
Der häufigste Grund ist der Arbeitsweg: Wer täglich eine Stunde zum Betrieb fährt, wechselt für einen Betrieb in der Nähe. Dahinter folgen planbarer Feierabend, klare Regeln für Notdienst und Rufbereitschaft, ein ausgestatteter Servicewagen, mit dem man von zu Hause zur Baustelle fährt, und Fortbildungen etwa zu Wärmepumpe oder Photovoltaik. Für ehemals Selbstständige kann eine Meisterstelle mit eigenem Bereich reizvoll sein: Verantwortung ohne das Risiko der eigenen Firma.
Solche Punkte gehören in die Ansprache, und sie müssen stimmen. Deshalb fragen wir im Telefonat, was jemand an der aktuellen Stelle stört und was sich ändern soll, und nennen den Gehaltsrahmen passend zur Qualifikation. Wie Sie diese Botschaften für Ihren Betrieb formulieren, zeigt der Artikel zur Mitarbeitergewinnung im Handwerk.
Kosten und Modell einordnen
Einzelne Stellen besetzen Sie erfolgsbasiert: Sie bezahlen pro erfolgreicher Einstellung. Für Betriebe mit laufendem Bedarf gibt es das Plattform-Modell, für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen ein individuelles Enterprise-Modell. In allen Modellen gilt die Besetzungsgarantie: Eine Besetzung zählt erst, wenn die Fachkraft ihre Stelle antritt. Welches Modell zu Ihrem Betrieb passt, sehen Sie unter Modelle und Preise.
Suchen Sie Poliere, Maurer oder Baugeräteführer für Ihre Baustellen, finden Sie den passenden Einstieg unter Baufachkräfte für Bauunternehmen; für Betriebselektriker und Instandhalter im Werk unter Fachkräfte für Industrie und Produktion.