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Mitarbeitersuche: 10 praxisnahe Tipps für mehr Bewerber

Die Mitarbeitersuche ist eine der großen Herausforderungen für viele Unternehmen. Die folgenden Tipps helfen, die Bewerberzahl zu erhöhen.

Geschäftsführer
Veröffentlicht Aktualisiert 7 Min. Lesezeit
Grafik mit dem Titel „Mitarbeiter Suche – 10 Tipps für mehr Bewerbungen“ und einem Magneten, der Personen anzieht

Die Suche nach Mitarbeitern ist eine der großen Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt. Fachkräftemangel und demografischer Wandel sorgen für einen angespannten Arbeitsmarkt, und wer nicht mit der Zeit geht, verliert im „War for Talents“ schnell den Anschluss. Das muss nicht sein: Ob kleiner Handwerksbetrieb oder Großkonzern – die folgenden Tipps helfen, die Zahl der Bewerbungen für Ihr Unternehmen deutlich zu steigern.

Auf einen Blick
  1. 01Warten Sie nicht nur auf Bewerbungen: Active Sourcing und Social Recruiting erreichen auch Menschen, die gerade nicht aktiv suchen.
  2. 02Videos, Empfehlungsprogramme und ein gepflegter Bewerberpool bringen zusätzliche Kandidaten – oft günstiger als neue Anzeigen.
  3. 03Benefits, Weiterbildung und klare Stellenbeschreibungen sind die Argumente, mit denen Sie sich von Wettbewerbern absetzen.
  4. 04Messen Sie, welcher Kanal zu Einstellungen führt – nur so wissen Sie, wo sich Zeit und Geld lohnen.

1. Active Sourcing: Aktiv ansprechen, statt auf Bewerbungen warten

Über Jobbörsen erreichen Firmen vor allem aktiv suchende Bewerber. In Zeiten von Bewerber- und Fachkräftemangel wird es für Unternehmen jedoch immer wichtiger, bei der Personalbeschaffung selbst auf mögliche Kandidaten zuzugehen. Als Recruitingkanäle für Active Sourcing eignen sich soziale Netzwerke wie LinkedIn und Xing, aber auch Offline-Events wie Messen.

Definieren Sie zunächst die Zielgruppe für die vakante Stelle. Daraus lässt sich meist ableiten, über welchen Kanal die Kontaktaufnahme sinnvoll ist. Suchen Sie etwa einen Entwickler oder IT-Spezialisten, sind Branchenforen wie GitHub oder Stack Overflow eine gute Anlaufstelle.

2. Social Recruiting: Gefunden werden statt suchen

Hände halten ein Smartphone mit aufsteigenden Like-Symbolen, daneben ein Laptop mit sozialem Netzwerk

Auch über Social Media lassen sich passiv suchende Arbeitnehmer ansprechen und im Idealfall zu einer Bewerbung bewegen. Plattformen wie LinkedIn, Facebook und Twitter bieten gute Möglichkeiten, Ihr Unternehmen neuen Talenten zu präsentieren.

Überlegen Sie, auf welchen Plattformen Ihre potenziellen Mitarbeitenden unterwegs sind. Bei jüngeren Bewerbern, etwa für Ausbildungsstellen, bieten sich auch Kanäle wie TikTok an. Social Recruiting funktioniert sowohl über organische Inhalte als auch über bezahlte Anzeigen (Paid Ads); beide Ansätze ergänzen sich. Vielen Unternehmen fehlt dafür intern das Know-how – dann kann die Unterstützung einer Social Recruiting Agentur sinnvoll sein.

Ob bezahlte Anzeige oder organischer Post: Bild und Text reichen oft nicht aus, um viele potenzielle Mitarbeitende auf sich aufmerksam zu machen. Wie Sie neue Wege gehen, zeigt der nächste Punkt.

3. Neue Medien einsetzen: So heben Sie sich hervor

Mehrere hundert Beiträge fluten täglich den Newsfeed auf Social-Media-Plattformen – vom nächsten Urlaub über Rabattaktionen bis zum Hochzeitsvideo eines alten Schulfreunds. Wer mit seinen Stellenangeboten dort nicht untergehen möchte, muss kreativ sein, zum Beispiel mit „Video Recruiting“.

Videos kombinieren visuelle und auditive Elemente und fesseln die Aufmerksamkeit stärker als Text- und Bildanzeigen. Bewegtbilder transportieren zudem Emotionen besser und schaffen eine stärkere Verbindung.

Zeigen Sie zum Beispiel den Arbeitsplatz, die Abteilung, die künftigen Kolleginnen und Kollegen und die Aufgabe. Auch bei der Produktion von Recruiting-Videos kann die Unterstützung spezialisierter Agenturen sinnvoll sein.

4. Mitarbeiterempfehlungs-Programme: Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter

Mann spricht über ein Dosentelefon das Wort „Jobangebot“ zu einer überraschten Frau

Bei einer Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Kampagne empfehlen bestehende Mitarbeitende qualifizierte Kandidaten aus ihrem eigenen Netzwerk für offene Stellen. Solche Empfehlungen sind oft sehr wirksam, weil sie auf den Netzwerken und dem Vertrauensvorschuss der aktuellen Belegschaft aufbauen.

Wählen Sie attraktive Belohnungen, die Ihre Mitarbeitenden motivieren – etwa Geldprämien, zusätzliche Urlaubstage oder Gutscheine. Achten Sie darauf, dass die Belohnungen fair und angemessen sind.

5. Bewerberpool anlegen: Kandidatenpflege zahlt sich aus

Oft erhalten Unternehmen Initiativbewerbungen oder müssen qualifizierten Kandidaten absagen, weil die Stelle bereits besetzt ist. Doch die nächste Vakanz kommt oft schneller als gedacht.

Ein gut gepflegter Kandidatenpool ermöglicht es, schnell auf qualifizierte Bewerber zuzugreifen, und senkt die Kosten für Anzeigen, Headhunter und andere Rekrutierungsmaßnahmen.

Gerade in größeren Unternehmen hilft ein Bewerbermanagementsystem, Bewerberdaten zu speichern, zu organisieren und zu verwalten. Mit Talent Relationship Management pflegen und stärken Sie die Beziehungen zu den Kandidaten im Talentpool.

6. Benefits als Personal-Magnet

Nicht erst seit Corona stehen flexible Arbeitszeiten bei Mitarbeitenden hoch im Kurs. Welche Möglichkeiten sich ergeben, hängt von der Branche ab: Beim Homeoffice haben IT-Unternehmen und Agenturen andere Möglichkeiten als Handwerksbetriebe.

Auch wenn die Jobs kein Homeoffice zulassen, gibt es zahlreiche Benefits, die maßgeblich zur Zufriedenheit beitragen. Sie sorgen für mehr Bewerbungen und binden das Personal an den Arbeitgeber. Ein typisches Beispiel ist die Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Auch Team-Events wie das gemeinsame Pflanzen von Bäumen stärken den Zusammenhalt und können ein Argument für neue Mitarbeitende sein.

Übersicht „Arten von Benefits“ in sechs Kategorien, von Gesundheit und Vergütung bis Work-Life

In diesem Überblick haben wir 103 Ideen für Mitarbeiter-Benefits zusammengefasst.

7. Weiterbildung: Win-Win für Arbeitgeber und Mitarbeiter

Weiterbildung bringt beiden Seiten Vorteile: Der Arbeitgeber bleibt durch gut geschultes Personal wettbewerbsfähig, und die Förderung der Karriere ist für viele Bewerber ein wichtiges Argument.

Entwickeln Sie individuelle Karrierepfade, die die beruflichen Ziele und Interessen Ihrer Mitarbeitenden berücksichtigen. Regelmäßige Entwicklungs- und Feedbackgespräche helfen, Fortschritte zu bewerten und neue Ziele zu setzen.

WeiterbildungsprogrammSo setzen Sie es um
Inhouse-TrainingsInterne Schulungen und Workshops zu relevanten Themen organisieren
Externe WeiterbildungenDie Teilnahme an Seminaren, Fachmessen, Konferenzen und Kursen unterstützen
E-LearningZugang zu E-Learning-Plattformen und Online-Kursen für flexible, individuelle Weiterbildung bieten
AbteilungswechselJob Rotation ermöglichen, damit Mitarbeitende verschiedene Abteilungen kennenlernen

8. Jobbörsen: Der Klassiker der Personalsuche

Person tippt auf einem Laptop, darüber eine Suchleiste mit dem Wort „JOB“

Weniger innovativ, für die Mitarbeitersuche aber nach wie vor sehr effizient sind Online-Jobbörsen. Anders als Active Sourcing sprechen Stellenangebote im Internet in erster Linie aktiv suchende Bewerber an. Um Sichtbarkeit und Antwortraten zu verbessern, sollten Sie Ihre Stellenanzeigen gezielt optimieren.

JobbörseBesonderheitAbrechnung
StepStoneSpezialisiert auf Fach- und FührungskräfteMonatliche Gebühr für gelistete Anzeigen
IndeedSammelt und aggregiert Stellenanzeigen aus verschiedenen QuellenListung grundsätzlich kostenlos; für dauerhaft vordere Plätze ein Betrag pro Klick, abhängig von Arbeitsort und Wettbewerb
YourfirmJobs in kleinen und mittelständischen Unternehmen–
Jobbörse der Agentur für ArbeitStaatlich, hohes Vertrauen bei JobsuchendenFür Arbeitnehmer und Recruiter kostenlos

Neben den großen Plattformen StepStone und Indeed gibt es viele kleinere Jobbörsen, die durchaus ihre Berechtigung haben.

Jobbörse der Agentur für Arbeit: Kostenlose Stellenausschreibungen

Eine ebenfalls reichweitenstarke Jobbörse mit kostenlosen Stellenanzeigen stellt die Agentur für Arbeit zur Verfügung. Der große Vorteil: Die Personalsuche dort ist für Arbeitnehmer und Recruiter völlig kostenlos.

Als staatliche Institution legt die Agentur für Arbeit großen Wert auf die Seriosität der Jobangebote und die Sicherheit der Nutzerdaten. Deshalb genießt sie bei Jobsuchenden besonders hohes Vertrauen.

9. Stellenbeschreibungen: Klartext statt Plattitüden

Ob auf Jobbörsen oder der eigenen Karriereseite: Eine präzise Stellenbeschreibung zieht die richtigen Mitarbeitenden an und filtert ungeeignete Bewerber frühzeitig aus. In den meisten Branchen sind Bewerber rar und können sich ihre Jobs aussuchen – mit Benefits oder flexiblen Arbeitszeiten setzen Sie sich von Wettbewerbern ab.

Das gehört in eine gute Stellenbeschreibung
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10. Erfolgsmessung: Zahlen, Daten, Fakten

„Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist.“ So lautet ein berühmtes Zitat, das Henry Ford zugeschrieben wird. Auch bei der Mitarbeitersuche kommen meist verschiedene Kanäle parallel zum Einsatz.

Doch welcher Kanal hat dazu geführt, dass eine Stelle besetzt wurde? Um das zu beantworten, sollten Sie Ihre Rekrutierungsmaßnahmen möglichst genau messen. Nur so erkennen Sie, wo sich Zeit und Geld lohnen und welche Methoden am besten funktionieren.

In der einfachsten Form fragen Unternehmen ihre Bewerber. Deutlich präziser lässt sich die Performance einzelner Kanäle mit Tools wie Google Analytics messen.

Warum die Suche nach Mitarbeitern heute so schwierig ist

Der Bewerbermangel hat viele Ursachen und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Die wichtigsten Gründe:

UrsacheWas dahintersteckt
Demografischer WandelDie Bevölkerung altert und die Geburtenrate sinkt, die Erwerbsbevölkerung geht zurück. Viele erfahrene Arbeitskräfte gehen in den Ruhestand, weniger junge Menschen rücken nach.
FachkräftemangelIn vielen Branchen fehlen qualifizierte Fachkräfte, besonders in technischen und spezialisierten Berufen wie IT, Ingenieurwesen und Gesundheitswesen. Einige Regionen sind besonders hart getroffen: In Sachsen beispielsweise fehlen derzeit mehr als 35.000 Fachkräfte.
Veränderte ArbeitsmarktpräferenzenViele Menschen suchen eine bessere Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, remote und aus dem Ausland zu arbeiten. Unternehmen, die diese Bedürfnisse nicht erfüllen, tun sich schwer, Talente anzuziehen.