Die Pendlerpauschale, offiziell Entfernungspauschale, ist eine steuerliche Vergünstigung für Beschäftigte, die ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte als Werbungskosten absetzen.
Mit der Pendlerpauschale – im Gesetz Entfernungspauschale – setzen Beschäftigte in Deutschland ihre Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte als Werbungskosten von der Steuer ab. Seit dem 1. Januar 2026 gilt dafür einheitlich ein Satz von 0,38 Euro je vollem Entfernungskilometer, und zwar ab dem ersten Kilometer.
Dieser Beitrag erklärt, wer die Pauschale nutzen kann, wie sie berechnet wird, wo ihre Grenzen liegen und wie Zuschüsse des Arbeitgebers mit ihr zusammenwirken. Weitere Begriffe rund um Lohn und Steuern finden Sie im HR-Lexikon.
Was ist die Pendlerpauschale?
Rechtsgrundlage ist § 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 4 Einkommensteuergesetz (EStG). Danach werden die Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nicht mit den tatsächlichen Kosten, sondern pauschal je Entfernungskilometer als Werbungskosten angesetzt.
Grundprinzipien der Pendlerpauschale
Die Pauschale gilt unabhängig vom Verkehrsmittel: Wer mit dem Auto, mit Bus und Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommt, kann sie gleichermaßen ansetzen. Maßgeblich ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Eine längere Strecke darf zugrunde gelegt werden, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist und regelmäßig genutzt wird.
Berechnung der Pauschale
Angesetzt werden 0,38 Euro für jeden vollen Kilometer der einfachen Entfernung und für jeden Arbeitstag, an dem die erste Tätigkeitsstätte tatsächlich aufgesucht wird. Hin- und Rückweg zählen zusammen nur einmal. Tage im Homeoffice, im Urlaub oder bei Krankheit ohne Fahrt zur Arbeit fließen nicht ein.
Besonderheiten und Grenzen
Die Pauschale ist grundsätzlich auf 4.500 Euro im Kalenderjahr begrenzt. Diese Grenze gilt nicht, soweit Sie einen eigenen oder Ihnen zur Nutzung überlassenen Kraftwagen verwenden. Für Flugstrecken und für eine steuerfreie Sammelbeförderung durch den Arbeitgeber gibt es keine Entfernungspauschale.
Die Pauschale deckt grundsätzlich sämtliche Kosten des Arbeitswegs ab. Zwei Ausnahmen regelt § 9 Absatz 2 EStG: Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kann die tatsächlichen Ticketkosten ansetzen, soweit sie die im Jahr abziehbare Entfernungspauschale übersteigen. Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 oder von mindestens 50 mit erheblicher Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr können statt der Pauschale die tatsächlichen Aufwendungen geltend machen.
Steuerliche Geltendmachung
Die Entfernungspauschale ist Teil der Werbungskosten. Für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit berücksichtigt das Finanzamt ohne Nachweis ohnehin den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro im Jahr (§ 9a EStG). Die Pendlerpauschale wirkt sich deshalb erst aus, wenn Ihre Werbungskosten insgesamt über diesem Betrag liegen.
Wer hat Anspruch auf die Pendlerpauschale?
Voraussetzungen
Die Entfernungspauschale steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu, die von ihrer Wohnung zu ihrer ersten Tätigkeitsstätte fahren – in der Regel der Betrieb oder die Einrichtung, der sie dauerhaft zugeordnet sind. Einen Mindestabstand gibt es nicht; seit 2026 zählt jeder volle Kilometer mit demselben Satz.
Teilzeitbeschäftigung
Für Teilzeitkräfte gelten dieselben Regeln wie für Vollzeitbeschäftigte. Entscheidend ist allein die Zahl der Tage, an denen sie tatsächlich zur ersten Tätigkeitsstätte fahren. Wer an drei Tagen pro Woche im Betrieb arbeitet, setzt entsprechend weniger Arbeitstage an.
Ausnahmen
Nicht unter die Entfernungspauschale fallen Fahrten im Rahmen einer beruflichen Auswärtstätigkeit, etwa Dienstreisen oder Einsätze ohne erste Tätigkeitsstätte. Dafür gelten die Regeln für Reisekosten; mehr dazu im Eintrag zu Spesen. Auch Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung sind gesondert geregelt.
Mobilitätsprämie für geringe Einkommen
Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, profitiert von Werbungskosten steuerlich nicht. Für diese Fälle gibt es die Mobilitätsprämie nach § 101 EStG: Sie beträgt 14 Prozent der Entfernungspauschale ab dem 21. vollen Entfernungskilometer, soweit das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag unterschreitet, und wird auf Antrag ausgezahlt. Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 wurde ihre Befristung aufgehoben; sie gilt also auch nach 2026 weiter.
Berechnung der Pendlerpauschale
Die Formel ist einfach: Entfernungskilometer × Arbeitstage mit Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte × 0,38 Euro. Das Ergebnis ist auf 4.500 Euro begrenzt, außer beim Arbeitsweg mit dem Auto.
Eine Beschäftigte wohnt 25 Kilometer von ihrer ersten Tätigkeitsstätte entfernt und fährt an 200 Tagen im Jahr ins Büro: 25 × 200 × 0,38 Euro = 1.900 Euro Entfernungspauschale. Da dieser Betrag über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro liegt, senken die Fahrtkosten ihr zu versteuerndes Einkommen. Bei nur 15 Kilometern ergäben sich 1.140 Euro – ohne weitere Werbungskosten bliebe es dann beim Pauschbetrag.
Einordnung: die Sätze bis 2025
Bis einschließlich 2025 war die Pauschale gestaffelt: Für die ersten 20 Kilometer galten 0,30 Euro, erst ab dem 21. Kilometer ein höherer Satz, zuletzt 0,38 Euro. Das Steueränderungsgesetz 2025 hat diese Staffel abgeschafft. Für Steuererklärungen früherer Jahre gelten weiterhin die damaligen Sätze.
Zuschüsse und Jobticket vom Arbeitgeber
Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den Fahrtkosten ihrer Beschäftigten, etwa als Teil ihrer Mitarbeiter-Benefits. Steuerlich gibt es dafür drei Wege:
- Steuerfreies Jobticket (§ 3 Nr. 15 EStG): Zuschüsse und Sachbezüge für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr bleiben steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Sie mindern allerdings die Entfernungspauschale, die Beschäftigte selbst absetzen können.
- Pauschalversteuerung mit 15 Prozent (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 EStG): Andere Fahrtkostenzuschüsse, etwa für die Fahrt mit dem eigenen Auto, kann der Arbeitgeber pauschal mit 15 Prozent versteuern, soweit sie den Betrag nicht übersteigen, den die Beschäftigten als Werbungskosten ansetzen könnten. Auch diese Zuschüsse mindern die abziehbaren Werbungskosten.
- Pauschalversteuerung mit 25 Prozent (§ 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG): Statt der Steuerfreiheit für das Jobticket kann der Arbeitgeber einheitlich 25 Prozent Pauschalsteuer wählen. Dann wird die Entfernungspauschale der Beschäftigten nicht gekürzt.
Steuerfreie und pauschal versteuerte Fahrtkostenleistungen weist der Arbeitgeber in der Lohnsteuerbescheinigung aus, damit das Finanzamt sie mit der Entfernungspauschale verrechnen kann.
Antragstellung und Nachweise
Entfernung ermitteln
Ermitteln Sie die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zum Beispiel mit einem Routenplaner; angesetzt werden nur volle Kilometer. Notieren Sie die Zahl der Arbeitstage, an denen Sie tatsächlich gefahren sind – ein Kalender oder die Arbeitszeiterfassung helfen dabei.
Einkommensteuererklärung
Die Entfernungspauschale tragen Sie in der Einkommensteuererklärung bei den Werbungskosten ein. Belege für die Pauschale selbst sind in der Regel nicht nötig, das Finanzamt kann aber Nachweise verlangen, etwa wenn mit dem Auto mehr als 4.500 Euro angesetzt werden. Wer höhere Ticketkosten für öffentliche Verkehrsmittel geltend macht, sollte die Belege aufbewahren. Auch die Mobilitätsprämie wird mit der Einkommensteuererklärung beantragt.
Änderungen des Arbeitsweges
Ziehen Sie um oder ändert sich Ihre erste Tätigkeitsstätte, ändert sich auch die anzusetzende Entfernung – für jeden Zeitraum zählt die jeweils gültige Strecke. Zahlt Ihr Arbeitgeber pauschal versteuerte Fahrtkostenzuschüsse, sollten Sie ihm die neue Entfernung mitteilen, weil sie die Obergrenze für die Pauschalversteuerung bestimmt.
Schlussfolgerung
Die Pendlerpauschale ist seit 2026 einfacher geworden: 0,38 Euro je Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer, begrenzt auf 4.500 Euro im Jahr, außer beim Arbeitsweg mit dem Auto. Sie wirkt sich steuerlich aus, sobald die Werbungskosten insgesamt den Arbeitnehmer-Pauschbetrag übersteigen. Beschäftigte mit geringem Einkommen können stattdessen die Mobilitätsprämie beantragen.
Für Arbeitgeber lohnt der Blick auf das Zusammenspiel mit Jobticket und Fahrtkostenzuschüssen: Je nach gewähltem Weg mindern diese Leistungen die Pauschale der Beschäftigten oder nicht.
- § 9 EStG – Werbungskosten (gesetze-im-internet.de) (abgerufen am 30.09.2026)
- § 9a EStG – Pauschbeträge für Werbungskosten (gesetze-im-internet.de) (abgerufen am 30.09.2026)
- § 101 EStG – Bemessungsgrundlage für die Mobilitätsprämie (gesetze-im-internet.de) (abgerufen am 30.09.2026)
- § 3 EStG – Steuerfreie Einnahmen (gesetze-im-internet.de) (abgerufen am 30.09.2026)
- § 40 EStG – Pauschalierung der Lohnsteuer in besonderen Fällen (gesetze-im-internet.de) (abgerufen am 30.09.2026)
- Bundestag verabschiedet das Steueränderungsgesetz 2025 (Deutscher Bundestag) (abgerufen am 30.09.2026)



